am 29. Januar 2010
Für diejenigen, die nur wenig Zeit haben um Artikel zu lesen:
Clean Code ist meine neue Bibel. Jeder Entwickler sollte es gelesen haben. Also: Kaufen, lesen, anwenden. Machen wir die Code-Welt ein bisschen besser. Jetzt.
Für alle die etwas mehr Zeit haben:
Ich habe in den vergangenen Jahren viele Bücher über: “So programmiert man richtig!” gelesen. Keines dieser Bücher hat es geschafft, mich wirklich zu begeistern. Ja. Na klar weiss ich wie man entwickeln sollte. Auch schon vor dem Lesen dieses Buches. Aber entscheidend ist das Warum und das Wie. Robert C. Martin schafft es ein eigentlich sehr trockenes Thema sehr anschaulich nahe zu bringen. Dabei “sieht” man wie er sich selbst entwickelt hat. Er beschreibt es sogar an eigenem Code, den er selbst refactored. Ich finde schön, dass alle Dos and Don’ts der Programmierung behandelt werden. Einfach zu befolgende Regeln werden aufgestellt und geben dem Leser die Möglichkeit nachzuvollziehen, wie auch ein großer Berg braune Masse nach dieses Regeln mit der Zeit besser wird. Jawohl. Besser. Nicht schlechter.
Regeln wie:
- Dry (Dont repeat yourself)
- Yagni (You ain’t gonna need it)
- Separation of concerns
- Eine Methode/Funktion macht genau EINE Sache.
- Hinterlasse den Berg ein bisschen sauberer als Du ihn vorgefunden hast (Pfadfinderregel)
- Sprechende Name für Klassen, Methoden, Variablen
- Ein Programmierer schreibt ein Buch, das andere lesen können müssen
- Testen, testen, testen, testen, testen und nochmal testen (Das erst erlaubt Refactoring)
- Nichts muss beim ersten Versuch perfekt sein, aber die Entwicklung hört nicht beim “es läuft” auf.
- Warum brauchen Methoden/Funktionen mehr als 3 Parameter? Damit man andere Ärgern kann!
- Ein guter Entwickler schreibt einfachen und gut nachvollziehbaren Code.
- Viele Kommentare sind unnütz.
Naja.. Und ein paar mehr. Diese Regeln helfen wirklich. Wenn man anfängt danach zu programmieren, versteht man sehr schnell, dass Dependency Injection ganz toll ist, wenn man Unittests schreiben will.
Robert C. Martin beschreibt auch warum Projekte, die nicht diesen Regeln folgen immer wieder zu großen braunen Bergen werden und wie man anfangen kann zu analysieren, wo die Bräune am dunkelsten ist. Dazu gibt die Liste von Code-Smell, die ich gerne ausdrucke und an Wände hänge. Einfach nur um sie vor Augen zu haben, wenn man programmiert. Probiert es mal. Es hilft wirklich.Er gibt auch Tips, worauf man zum Beispiel bei der Programmierung mit paralleler Verarbeitung achten muss und wie man auch diese Aufgaben mit einfachen Mitteln lösen kann.
Dieses Buch hat mir in vielen Punkten geholfen. Es hilft auch bei der Argumentation gegen verbreitete Quick and Dirty – Argumente. Als Sahnetop ist es noch sehr gut lesbar und macht sogar richtig Spaß. Kleine Bilder, Zitate und natürlich Uncle Bob helfen dabei. Der einzige, kleine Wehrmutstropfen ist die, in der Deutschen Ausgabe, teilweise, fehlerhafte Übersetzung. Da hat der Autokorrektor ein paar mal böse zugeschlagen.