am 28. Juli 2009
Gestern habe ich ja schon mal ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, was meine Erfahrungen in der Webentwicklung angeht. Da möchte ich heute fortfahren. Es geht um das 90% Syndrom. Ich habe den Namen vor kurzem irgendwo gelesen und fand ihn ganz einprägsam, ob es eine offizielle Bezeichnung ist, weiß ich nicht und wahrscheinlich können das andere viel besser erklären aber ich versuche mich trotzdem mal dran. Auf jeden Fall geht es darum, dass man, wenn man ein Projekt startet oft den Fehler macht und mit allen Features, die keine Abhängigkeiten besitzen auf einmal startet.
Klingt ja eigentlich nicht so verkehrt. Denn so kann sich jeder um seine Sachen kümmern und die bis zum Ende fertig stellen. Nur leider ist hier das Problem, dass kurz vor dem Abschluss des Projektes alle Features die 90% erreicht haben, aber keines fertig ist. Das ist ein Phänomen, dass mir schon des öfteren selbst passiert ist. Warum fällt man aber immer wieder auf die selbe Sache rein? Das Problem ist bekannt und, wie fast alle bekannten Probleme, auch schon gelöst.
Wir fangen einfach mit einem Feature an und befassen uns so lange mit, bis es fertig ist. Fertig wäre für mich ein dokumentiertes, mit Tests unterlegtes, funktionierendes und abgenommenes Feature. Erst wenn dieses abgeschlossen ist, kann mit dem nächsten angefangen werden. So stellen wir sicher, dass am Ende maximal ein Feature auf 90% steht. Sind diese Features jetzt noch nach ihrem Businesswert sortiert, so kommen wir dem Scrum Ansatz schon sehr nahe. Zumindest einem der Grundsätze, die dort gelten. Googelt also mal ein wenig Scrum und 90% Syndrom, bevor ihr ein neues Projekt startet. Vielleicht helfen euch ja die genannten Buzzwords.