am 11. November 2009
Heute möchte ich mal eine Lanze brechen für all die, die Spaß daran haben sich weiter zu entwickeln. Ich muss vorne weg sagen, das meine Kollegen, mit denen ich jetzt zusammen arbeiten darf, dazu gehören. Trotzdem gibt es immer wieder PHP Entwickler, bei denen so etwas nicht auf der Tagesordnung steht. Ich nenne die zwei Typen mal Entwickler 1.0 und Entwickler 2.0.
Der 1.0 Typ ruht sich auf dem aus, was er kann. Er macht alles, wie er es immer schon gemacht hat, denn hier kennt er jeden “Handgriff” in- und auswendig. Im Legacy Code ist er zuhause und weiß genau, in welcher Datei in welcher Zeile er was verändern muss, um Dinge anzupassen. Außer ihm weiß das leider kaum jemand, denn man braucht Jahre, um den unstrukturierten PHP4 (?) Code so gut zu überblicken wie der Kollege 1.0. Was würde also ein 2.0er machen? Sich den Code schnappen und ihn so umbauen, dass dorthin kommt, wo man in auch erwartet (das kann peut-a-peut passieren). Das bedeutet natürlich man muss mit alten Ritualen brechen und neue lernen. Ganz üble Sache. Mit dem “das haben wir schon immer so gemacht” ist es dann nun mal Schluss. Eigentlich eine sehr sehr angenehme Sache, wenn man es Projekt zusammen umbaut, so das es wieder passt. Falls man alleine diesen Wunsch hegt, dann kann man in Probleme geraten.
So passierte es einem gewissen Nils L. als er in Karlsruhe gegen Windmühlen kämpfte. Der Kampf war zum Glück nicht so lange, denn irgendwann klappte alles ganz gut im Team. Dennoch gab es einen Kollegen, der an alte Rituale festhielt. Das Problem war dabei nicht, dass er nicht mitmachen wollte, sondern dass alles was im Zuge dieses Umbaus für ihn nicht mehr so flüssig ging, gegen mich persönlich und meine Ideen gerichtet wurde. Tja dumm gelaufen. Zumindest habe ich in den Wochen sehr viel gelernt im Umgang mit Kollegen, danke schon mal dafür.
Kann man aus der ganzen Geschichte was lernen? Bestimmt. Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass man solche strukturellen Änderungen nur im Team durchsetzen kann, denn wenn man versucht das alleine durchzudrücken, wird man den Umbau immer an den Hacken haben und für alles verantwortlich sein. Das war auf jeden Fall ein Fehler von mir. Im Endeffekt hat zwar alles geklappt, aber ich hatte einen “Feind” mehr in meinen Leben. Was die anderen gelernt haben, kann ich nur raten. Ich denke mal, dass vielleicht ein Blick auf neue bzw. moderne Technologien und Architekturen nicht mehr so beängstigend sind wie früher. Vielleicht konnte ich ihnen auch mitgeben, dass man Refaktoring auch stückweise betreiben kann, ohne das ganze Projekt neu aufzusetzen. Keine Ahnung. Nächste Woche bin ich in meiner alten Heimat und da werde ich einfach mal rumfragen.Vielleicht versuche ich auch mal den Entwickler 1.5 zu definieren, der eine perfekte Mischform aus den zwei Typen ist und somit jedes Problem meistern kann.
Kennt ihr auch solche Situation? Oder seht ihr euch vielleicht in einem der beiden Typen wieder? Die Kommentarfunktion schreit gerade zu nach eurem Feedback.