• Warum Scrum funktioniert (Teil 2): Team

    von am 7. Dezember 2011

    Ich hatte im letzten Artikel bereits einen guten Grund genannt, warum (für mich) Scrum funktioniert. Das wunderbare daran ist, dass ich nicht der einzige bin, der von der agilen Welt fasziniert ist. In den Kommentaren konnte man erkennen, dass auch viele von euch begeisterte Scrummies sind. Heute möchte ich aber keinen von euch zitieren, sondern Dr. Eberhard Huber. Wer? Eberhard ist Co-Autor hier im Blog und mein Ansprechpartner, wenn ich mal Fragen zum Thema Projektmanagement habe.

    Gehen wir mal ein paar Wochen zurück in der Zeit, da stand ich auf der IPC (International PHP Conference) und besuchte den Vortrag von Eberhard zum Thema “Was ist des agilen Pudels Kern?“. Kurz und knapp: Es ist das Team. In einem Scrum- bzw. agilen Team ist es viel einfacher in die Performing-Phase (Phasenmodell nach Tuckman) zu kommen. Das heißt, die Leute finden schneller ihre Rollen, Konflikte sind bereits ausgetragen, die Harmonie ist eingekehrt und die Leute Arbeiten. In den klassischen Projektmanagementmethoden geschieht dich nicht so rasant.

    Um das zu bestätigen, hat Eberhard (gemeinsam mit der Universität Mannheim), eine Analyse von 600 Projekte durchgeführt und auf bestimmte Kriterien geprüft. Wahrscheinlich kann jeder, der schon mal Scrum gemacht hat dies auch bestätigen. Das Team ist halt ein Team. Eigenverantwortung bringt einen schnell zu dem Punkt, wo man anderen vertraut. Ich finde es toll, dass man jetzt auch mal auf eine Studie verweisen kann, die dies empirisch belegt. Bauchgefühle sind zwar gut, aber in Argumentationsketten eher unvorteilhaft.

    Nils Langner

    Auch wenn Ihr es mir nicht glauben werdet, aber ich habe nichts gegen PHP. Ich rege mich einfach nur gerne auf. Ok so schlimm ist es auch nicht. Eigentlich wollte ich schon immer einen Blog haben und da ...

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    3 Kommentare »


    • Dennis Becker
      am 8. Dezember 2011 um 10:14 Uhr

      Was bedeutet denn schnell? Es heißt ja eigentlich, dass es bis zu 6 Monate dauern kann, bis sich das Team richtig eingestellt hat, um dann in die Performing-Phase zu kommen. Wie lange dauert es denn bei der klassischen Softwareentwicklung?

      Hier noch eine Anmerkung für alle, die derzeit keine agile Softwareentwicklung betreiben:
      Das Wasserfallmodell von Winston Royce wurde als Beispiel eines Entwicklungsmodells genommen, das nicht funktionieren kann. Er hat es in seinem Aufsatz systematisch als schlechtes Beispiel genommen ;) Siehe auch http://cleancoder.posterous.com/what-killed-waterfall-could-kill-agile


    • Eberhard Huber
      am 8. Dezember 2011 um 19:07 Uhr

      Hallo Dennis,

      zuerst einmal Danke für den Hinweis, dass Royce den Wasserfall als “nicht funktionierend” bezeichnet hat. Viele denken immer noch, dass es als Soll-Vorgehensweise gedacht war.

      Zum “schnell” … je nach Rahmenbedingungen können die gruppendynamischen Phasen auch in wenigen Tagen durchlaufen werden. In Projekten wird das allerdings eher im Bereich einiger Monate liegen. In agilen Projekten sind die Rahmenbedingungen grundsätzlich günstiger, das heißt man erreicht in einem 1 jährigen Projekt vielleicht nach 3 Monaten die Performance-Phase und kan dann noch 9 Monate gut arbeiten. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen kommt es vor, dass die Performancephase innerhalb des Proektes überhaupt nicht erreicht wird – der Anteil dieser Projekte ist nicht vernachlässigbar (ca. 20%).

      viele Grüße Eberhard


    • Eberhard Huber
      am 8. Dezember 2011 um 19:11 Uhr

      ergänzend noch etwas … Tuckman ist sehr bekannt. Die Soziologen und Psychologen haben sich da inzwischen aber noch eingies mehr ausgedacht, es lässt sich da inzwischen ein schlüssigeres Modell entwerfen …

      http://www.pentaeder.de/projekte/2009/08/04/teamphasen-projektmanagement-und-teamuhrwerk/

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