am 29. April 2009
Ziel dieses Artikels ist es einen Überblick über die Möglichkeiten von PDT zu schaffen.
PDT ist eine IDE (Integrated Development Environment) zum entwickeln von PHP Programmen. Das ganze setzt nahtlos auf der Eclipse Plattform auf und man kann so die vollen Vorzüge einer IDE genießen. PDT ist Open Source und lizensert unter der Eclipse Public License. Gehegt und gepflegt wird dieses Plugin durch die Zend Community.
Nun stellt man sich vielleicht die Frage, warum soll ich eine IDE benutzen? Mein Editor ist schlanker und man kann mal eben schnell was verändern, ohne größeren Aufwand.
Es ist Quatsch zu denken, sich entscheiden zu müssen zwischen einer IDE und einem Editor. Ich nutze auch weiterhin mein Gedit oder vi um mal eben schnell was zu ändern. Aber, und das ist der springende Punkt, wenn man viel und lange programmiert, dann kann man durch eine IDE deutlich an Geschwindigkeit zulegen.
Viele kleine Hilfestellungen die einem den Alltag erleichtern. Klammern werden automatisch geschlossen, sowie fehlende Semikolons. Die Anzeige im Kontext von Argumenten für Funktionen und Methoden und die Möglichkeit den Code direkt im Editor zu debuggen.
Hauptkomponenten sind, Editor (Syntax highlighting, code assist und code folding), Inspection (file / project outline und PHP explorer view) und ein Debug Tool, wahlweise der Zend Debugger oder Xdebug von Mozilla.
Auch WTP, die Web Tools Plattform, ist mit dabei und fügt die selben Funktionalitäten wie PDT für HTML, CSS, XML und Javascript hinzu.
Alles in allem eine Umgebung für alles was das Webentwickler Herz höher schlagen lässt. Besser wie Adobe Dreamweaver und dazu noch ohne WYSIWYG, was eh kein Mensch braucht.
So sieht die Arbeitsumgebung „Out of the box“ aus.

Features
Navigation
Als nächstes möchte ich auf einige Features eingehen, die den Arbeitsalltag deutlich erleichtern. Zum Beispiel die Outline. Ein Fenster, welches alle Klassen, Methoden, Funktionen und Variablen übersichtlich und nach Zugehörigkeit auflistet. Nicht nur das man dadurch schnell den Überblick hat, was alles an Klassen und Funktionen usw. vorhanden ist. Man kann auch mit einem Mausklick auf die gewünschte Klasse direkt zu ihr, im Quellcode Fenster, springen. Bei sehr langen Programmen sicher ein Vorteil.
Fährt man mit der Maus über eine Funktion oder Klasse dann bekommt man Informationen wie den Ort, eine kurze Beschreibung, die verfügbaren Parameter und einen return Wert angezeigt. Definieren kann man diese Daten mit CSSDoc Syntax. Sollte sich die die Funktion nicht in der selben Datei befinden, kann man bequem durch halten der strg-Taste und Linksklick zur entsprechenden Funktion in der Datei springen. Die Datei wird in einem neuen Reiter geöffnet. Man kann sich aber auch mit der selben Kombination auch einfach den Quellcode anschauen, ohne die Datei extra öffnen zu müssen.
Man kann wie in vielen anderen IDEs und Editoren seinen Quellcode in Blöcken auf- und zuklappen. Sprich Code Folding ist möglich und praktisch wie ich finde.
Tipparbeit
Eine sicherlich nette Komfortfunktion ist beim schreiben von Variablen, bzw. beim tippen des $-Zeichens, das sich ein kleines Fenster öffnet, welches einem alle verwendeten Variablen, sowie alle Globalen Variablen auflistet. Ebenso ist ein Seitenfenster enthalten welches alle PHP Funktionen nach Kategorie auflistet. Falls man mal eine sucht muss man nicht gleich das Manual bemühen.
PDT unterstützt einen auch beim schreiben von PHPDoc Kommentaren, Es reicht /** + Enter zu tippen und schon kann man seinen Kommentar bequem schreiben. Jede neue Zeile steht der * an der richtigen Stelle. Wenn wir schon mal bei den Kommentaren sind, hier gibt es auch zwei tolle Features. Wenn man einen einzeiligen Kommentar mit TODO anfängt, dann wird dieser in die Liste der Tasks eingetragen und links neben dem Quelltext ein Symbol zum schnellen wiederfinden. Eine nette Gedächtnisstütze, für einen selbst und andere. Anstatt TODO, kann auch FIXME verwendet werden. Der Unterschied ist, dass in der Tasks beim FIXME Task, ein rotes Ausrufe Zeichen davor steht.
Ebenfalls gibt es sog. Templates, mit denen man oft gebrauchte Befehlsfolgen mit wenigen Schritten in seinem Programm hat. Einfach mal it eingeben, dann strg+Leertaste und es öffnet sich ein Menü in dem man zusätzlich zu Standardfunktionen, die mit it etwas zu tun haben, noch Templates angeboten bekommt. Unter Window > Preferences > php > Templates kann man eigene hinzufügen.
Wer sich nicht die Arbeit machen will seinen Code immer selbst zu formatieren, kann das auch über Source > Format machen. Dann wird der Quellcode im PEAR Standard formatiert.
Das war es erst einmal an dieser Stelle. Ich möchte ja nicht alles verraten. Ein wenig Erkundungsdrang sollte man eh mitbringen.
Fazit
Eclipse PDT ist eine sehr umfangreiche IDE und brauch sich keinesfalls vor ihrem großen Bruder dem Zend Studio verstecken. Zudem ist sie kostenlos und die beste Wahl, für mich persönlich, der kostenlosen Alternativen.