• HTML5

    von am 14. April 2010
    Dieser Artikel wurde auf Wunsch der phphatesme Leser verfasst und wurde über die Ideenschmiede eingereicht. Falls du auch eine Idee für einen Artikel hast, dann füge sie doch einfach hinzu.

    Mittlerweile darf HTML5 in keinem Buzzword-Bingo Set mehr fehlen und einzelne Themen, wie das HTML5 Video Tag, haben das Potential entdecken lassen für ideologische Grabenkämpfe a la Windows vs. Mac, Sega vs. Nintendo oder Vobis vs. Escom. Zeit also sich einen Überblick zu verschaffen worum es bei dem Thema eigentlich geht. Da einige Themen die zukünftigen Möglichkeiten von Webapplikationen direkt beeinflussen, schlägt sich so auch der Bogen zu php.

    Da dieser Beitrag nicht das Ziel hat die Thematik abschließend zu behandeln, sollen die Links bewusst zum Weiterlesen und Weierführen der Diskussion animieren.

    HTML5 als Standard soll in Zukunft eine Obermenge für alle „Web“-Standards dienen und so den Nachfolger für HTML4, XHTML1, DOM/HTML bilden. Diese Bestandteile leben als HTML5, XHTML5 und DOM5 im neuen Standard weiter.

    Diese große Aufgabe braucht natürlich seine Zeit und so existiert eine sehr langfristige Roadmap, die eine endgültige Fertigstellung für 2022 (!sic) vorsieht.

    Aber keine Angst, so lange muss niemand warten, um neue Dinge zu nutzen. Ist doch bereits für 2012 der Release Kandidat vorgesehen und viele Browser werden unterstützen bereits Teile der neuen Features, aber dazu gleich mehr.

    Kommen wir erst einmal zum interessantestes Teil: Was für neue Features bietet HTML5?

    Zunächst wären da schöne neue API’s

    Offline Web Storage ermöglicht das sessionbasierte Speichern größere Datenmengen im Browser. Damit geht kein mühsam geschriebener Forumeintrag mehr verloren, wenn es zum Verbindungsabbruch oder Serverfehler kommt.

    Viele interessante Anwendungen in der Praxis lässt auch Drag and Drop vermuten (Beispiel).

    Eine API die sicher mehr für größere Anwendungen zur Anwendung kommen wird, ist Cross Document Messaging, bietet es doch Nachrichtengestützte Kommunikation über unterschiedliche Domains hinweg (Beispiel).

    Die API mit dem höchsten „Killer Application“ Faktor dürfte aber sicher die Medienwiedergabe sein. Dort sind die Features aber sicher schon bekannt. Mittels Video-Tag werden Filme ohne Plug-In wiedergegeben. Da die verschiedenen Browser hier unterschiedliche Codecs unterstützen oder aber nicht unterstützen, ist auch hier für Spannung gesorgt (Beispiel).

    Neben neuen APIs bietet HTML5 auch einige neue interessante HTML Elemente. So lässt sich nun z.B. mittels header, footer und article die semantische Struktur von Webseiten beschreiben oder mit Hilfe von time ein Zeitraum/-punkt definieren.

    Neben neuen Dingen wird glücklicher Weise auch alter Ballast über Bord geworfen: So fallen Formatierungselemente und Formatierungsattribute im HTML Bereich weg und auch von den Frame-Elementen muss/darf man sich verabschieden. Die Motivation dahinter ist vor allem eine klare Entscheidung für Formatierungsfunktionalität nur noch CSS zu verwenden. Zumal es gerade im CSS Bereich auch viele neue Funktionen gibt (alpha transparency, rounded corners, multiple column layout, etc.) deren Vorstellung aber einen eigenen Beitrag wert wäre.

    Welche der vorgestellten Features ist aber nun ready-to-use? Unter http://a.deveria.com/caniuse/ gibt es eine interessante Übersicht zu wie viel Prozent die gängigen Browser HTML5 unterstützen (Darüber hinaus gibt es dort auch noch mehr Beispiele, als die hier direkt verlinkten).

    Um die Spannung vorweg zu nehmen, von den Platzhirschen werden, nach jetzt bekanten Spezifikationen, erst IE 10 und Firefox 4 HTML5 vollständig unterstützen.

    Dies und die Roadmap vom W3C lassen die Gesamtthematik stark in Richtung 2012 driften. Aber das muss einen natürlich nicht davon abhalten einzelne Features schon vorher zu nutzen.

    Zumal gerade im Bereich „HTML5 Video vs. Flash“ die Gegner vom Schlage Adobe, Apple, Microsoft und Google bis in die Haarspitzen motiviert sind jeden Quadratmillimeter Marktanteil zu verteidigen. Hier bleibt abzuwarten wer zwischen den Fronten zerrieben wird, welche Koalitionen geschmiedet werden und wer letztendlich als strahlender Sieger das Feld verlässt. Noch werden Wetten angenommen ;-)

    Weitere Links zum Thema:

    [1] http://techcrunch.com/2010/02/05/the-future-of-web-content-html5-flash-mobile-apps

    [2] http://www.golem.de/1003/73415.html

    [3] http://dev.w3.org/html5/html4-differences/

    [4] http://en.wikipedia.org/wiki/HTML5

    [5] http://blogs.techrepublic.com.com/programming-and-development/?p=718

    [6] http://www.streaminglearningcenter.com/articles/flash-player-cpu-hog-or-hot-tamale-it-depends-.html

    17 Kommentare »


    • Nils Langner
      am 14. April 2010 um 07:39 Uhr

      Ganz klar: Windows hat gewonnen. Was man vielleicht noch hinbekommen muss ist eine PreRole-Werbung für HTML5, dann könnte das mit der Ablösung klappen. Aber vll. bietet der Standard da ja in Zukunft was für. Natürlich kann man auch was in JavaScript hacken, aber ob das nicht viel zu leicht zu umgehen ist?

      Ansonsten Danke für den guten Artikel.


    • Christian
      am 14. April 2010 um 08:41 Uhr

      Vobis vs. Escom? Man das hatte ich völlig vergessen.. :)

      Die Beispiel Links scheinen aber nicht zu funktionieren..


    • Christian
      am 14. April 2010 um 08:43 Uhr

      @Martin Cooler Überblick, sehr umfassend. Danke.


    • Flo
      am 14. April 2010 um 09:11 Uhr

      Muss mich Christian anschließen: Vobis vs. Escom hat mich doch zum Lachen gebracht. Lang ist’s her.


    • Martin Kunz
      am 14. April 2010 um 09:12 Uhr

      Habe die Links gefixt.
      Es ist auch durchaus interessant die Beispiele mit nicht HTML5 konformen Browsern anzusurfen. Manche Implementationen bieten gute Fallbacks aber manche Browser zeigen natürlich auch nur Müll an.


    • Mario Günterberg
      am 14. April 2010 um 11:19 Uhr

      Ich denke im Video-Tag Bereich hat Google gute Chancen, und auch die Macht, einiges zu bewegen. VP8 wird Open Source, Theora ist 100% free und wird gerade für ARM optimiert. Außerdem haben die eine nicht zu unterschätzende Rechtsabteilung, um Ärger auch mal auszufechten. In diesem Falle wären sie mal nicht die Bösen, dan dies dann alles freie Standards sind/wären.


    • KingCrunch
      am 14. April 2010 um 13:11 Uhr

      > Diese große Aufgabe braucht natürlich seine Zeit und so existiert eine sehr
      > langfristige Roadmap, die eine endgültige Fertigstellung für 2022 (!sic) vorsieht.
      Wenn mich nicht alles täuscht soll mit HTML5 (also 2012) die versionierten Standards aufgegeben werden. Sinngemäß: “Das Web entwickelt sich zu dynamisch, als das man sagen kann ‘Jetzt ist Zeit für HTML6!’”. Stattdessen soll “HTML” (ohne Version) immer wieder angepasst werden.
      Im Grunde isses ja schon immer so, dass Browser neue Features mitbrachten, andere Browser haben es kopiert und dann wurde es Quasi-Standard.

      > Dies und die Roadmap vom W3C lassen die Gesamtthematik stark in Richtung 2012
      > driften. Aber das muss einen natürlich nicht davon abhalten einzelne Features
      > schon vorher zu nutzen.
      Vorallen die neuen Elemente, da diese (wenn unbekannt) wie oder behandelt werden und zusammen mit CSS keinen sichtbaren Unterschied ergeben.

      Vielleicht noch interessant: Palm setzt bei Apps für WebOS — dem Linux-OS der Pre und Pixi Smartphones — zur Hälfte auf HTML5/JS/CSS, zumindest soweit es die Webkit-Enginge zu lässt. Gerade der Client-Storage macht Spass :)
      Die andere Hälfte ist C/C++ und ist vorwiegend für Spiele gedacht. Das nur der Vollständigkeit halber.


    • Jonas Leine
      am 14. April 2010 um 13:12 Uhr

      Ich denke auch das das VIDEO Tag das meiste Potenzial haben wird. Wenn man bedenkt das immer mehr Hype-Geräte erscheinen, die keinen Flash Support bieten, z.B. das iPad, und viele Video Websiten fieberhaft daran arbeiten ihren Content HTML5 konform auszuliefern, dann ist das schon ein deutliches Zeichen für eine schnelle HTML5 Unterstützung. Allerdings bleibt hier noch abzuwarten welche Codecs von welchen Browsern unterstützt werden und vor allem wie die Browser diesen Content komfortabel abspielen können (Pause, schneller Vor-/Rücklauf, Springen, Kapitel, etc). Dies ist zugleich auch die größte Schwachstelle und wenn sich hier nicht schnell eine quasi Standard etabliert kann dieser Hype genauso schnell wieder zerbrechen wie er auch erschienen ist. Ich bin gespannt!


    • Martin
      am 14. April 2010 um 13:39 Uhr

      Meiner Meinung nach ist das momentan noch mehr ein Hype und es wird noch harte Marktanteilskämpfe geben.
      Die Codecproblematik schwebt bei HTML5 immer noch wie ein Damoklesschwert drüber und ich gebe Flash noch nicht verloren. Die momentanen Browserplayer sind jedenfalls deutlich schlechter und ob da so schnell Neues kommt wie bei Adobe ist momentan eher unsicher.
      Die zweite Frage ist ob alle Browserherrsteller wollen das HTML5 Flash verdrängt. Wenn Microsoft sich da Zeit lässt, kann man viele Entwickler zu Fallbacklösungen zwingen und u. U. die Karten neu mischen.
      Ich sehe also noch deutlich mehr Fragen offen als beantwortet…


    • Israel Galvez Gil
      am 14. April 2010 um 13:52 Uhr

      Im Safari, also auch im MobileSafari des iPhone, lässt sich Offline Web Storage bereits jetzt nutzen:
      http://bit.ly/bzuzPh

      Das ist gerade bei WebApps im iPhone ein großer Vorteil bei der Entwicklung. Vorallem wenn man auf eine WebApp anstatt einer nativen Applikation setzen möchte.


    • KingCrunch
      am 14. April 2010 um 13:58 Uhr

      @Jonas:
      Neija, viele “Hype-Geräte ohne Flash-Unterstützung”? Da bleibt net viel, ausser alles von Apple und das auch wegen markttechnischen Grabenkriegen ;) So gut wie alle anderen haben Flash zumindest angekündigt.

      Seh aber auch viel Potenzial im Video-Element, denn Flash ist zwar witzig, für Videos, die von allen (?) Systemen in irgendeiner Videos aber auch nativ unterstützt werden, einfach nur fies ineffizient. Es wird etwas über Flash emuliert, was das System eigentlich schon selbst kann, aber wo das Bindeglied zwischen Browser und Media fehlt.


    • Jonas Leine
      am 14. April 2010 um 17:16 Uhr

      Habe ich heute bei meinen Streifzügen entdeckt. Ähnlich aufgebaut wie die ACID3 Test Website. Bietet eine schöne Übersicht über die aktuelle HTML5 Kombatibilität der einzelnen Browser.

      http://html5test.com/


    • Mario Günterberg
      am 14. April 2010 um 19:51 Uhr

      @Jonas
      Lustig! Ich habe den Test mal durchlaufen lassen:

      Firefox 3.5.9 Linux(Fedora 12) -> 100 of 160
      Chromium 5.0.372 (Beta) Linux(Fedora 12) -> 142 of 160
      Firefox 3.6.3 Windows -> 101 of 160
      MSIE 8 Windows -> 19 of 160
      Opera 10.10 Windows -> 38 of 160

      Angaben ohne gewähr!


    • KingCrunch
      am 14. April 2010 um 22:54 Uhr

      FireFox 3.6.3pre unter Ubuntu 9.10 ebenfalls 101/160

      Dein Ergebnis für den MSIE8 is aber schon sehr hart :D Von Opera hätte ich dagegen etwas mehr erwartet ^^

      Aber spannend mit anzusehen. Wollte mittelfristig auch komplett auf HTML5 umsteigen. Der Gedanke ist einfach, dass eine starke Verbreitung Browserhersteller — ich denke da an wen Bestimmtes ;) — auch etwas nötigt ihre Browser weiter zu entwickeln. Als Einzelner mit einer nicht wirklich wichtigen Seite kann man zwar nicht viel ausrichten, aber man is ja auch irgendwie ein Teil des Ganzen.


    • Basti
      am 15. April 2010 um 13:28 Uhr

      Sind nicht gerade die svg Implementationen die eigentliche Revolution? Wer es noch nicht kennt, der soll sich schnell mal processingjs ansehen (oder ein beliebiges Konkurrenzprodukt). Das ist neben dem Videotag die andere Konkurrenz zu adobes flash, macht es doch bald wirklich all das per js möglich, was bisher flash auszeichnet. Wer mir nicht glaubt, schnell nach chrome experiments googlen :)


    • Paloran
      am 15. April 2010 um 18:27 Uhr

      Wie bei Golem nachzulesen ist der HTml5 Test kein wirklicher Html5 Test, “denn es wird nur geprüft, ob eine Funktion bereitsteht, nicht wie diese implementiert ist oder wie gut diese umgesetzt ist. Hinzu kommt, dass die Spezifikation von HTML5 noch nicht abgeschlossen ist.” http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/1004/74478.html&wort=html5test

      Diese Angaben über die Browser sind also mit Vorsicht zu genießen. Zumal Opera meines Erachtens doch bisher der einzige Browser ist, der die neuen Formularelemente darstellt.


    • Paloran
      am 15. April 2010 um 18:31 Uhr

      Also bei mir, Opera 10.51, Win Vista werden 102 Punkte angezeigt.

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